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Vitamine, Minerale & Co



 
Häufig wird die Frage gestellt, ob Nahrungsergänzungen z.B. in Form von Vitaminpräparaten für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit sinnvoll und notwendig sind. Um diese Frage zu beantworten, müssen wir uns etwas mit unseren aktuellen Ernährungsgewohnheiten beschäftigen. Unsere Erbanlagen entsprechen immer noch denen der Jäger und Sammler. Immerhin verbrachte der Mensch ca. 100.000 Generationen in dieser Epoche, in der Phase des Industriezeitalters mit hochgradig verarbeiteten Lebensmitteln jedoch nur 2 Generationen. Neuere wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass unsere Vorfahren wesentlich mehr Vitamine, Minerale und Spurenelemente zu sich genommen haben. Des weiteren belegen Ernährungsanalysen, dass wir für verschiedene Inhaltsstoffe zumindest statistisch nicht einmal die deutlich  niedrigeren Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung erreichen. Dem wurde jetzt mit einer deutschlandweiten Kampagne Rechnung getragen, die täglich 5 Portionen frisches Obst und Gemüse empfiehlt, sozusagen „Five a day“.

Eine Portion entspricht daher ungefähr der Menge, die eine Hand aufnehmen kann. Amerikanische Ernährungsexperten empfehlen sogar noch eine höhere Zufuhr von Obst und Gemüse. Essen Sie täglich 5-7 Portionen frisches Obst und Gemüse? Weiterhin muss bedacht werden, dass neben einem gegebenenfalls individuell erhöhten Bedarf an Vitaminen und Mineralien (bei sportlichen Aktivitäten, Stress, Krankheiten, Umweltbelastungen, einseitiger Ernährung) eine unsachgemäße Behandlung der Lebensmittel mit daraus folgenden Verlusten an Inhaltsstoffen und vor allem ein verminderter Gehalt dieser Inhaltsstoffe in den Lebensmitteln selbst eine wichtige Rolle spielt. So zeigen Untersuchungen, dass der Gehalt an Vitaminen und Mineralien in verschiedenen Obst- und Gemüsesorten von 1985 bis 1996 häufig deutlich gesunken ist.

Wissenschaftliche Untersuchungen konnten belegen, dass durch Multivitaminpräparate z.B. die Infekthäufigkeit und Rate an Krebserkrankungen reduziert werden konnte. Neben den Vitaminen spielen so genannte sekundäre Pflanzenstoffe eine weitere wichtige Rolle. Dies sind u.a. Farb-, Geruchs- und Geschmackstoffe der Pflanzen. Davon gibt es mehr als 10.000 Substanzen, von denen jedoch nur ca. 100 erforscht sind. Diese biologisch aktiven Substanzen bedingen sich gegenseitig für eine optimale Aufnahme
und Wirkungsentfaltung im Körper. Zudem wird den sekundären Pflanzenstoffen eine wichtige Rolle in der Krebsabwehr, der Entzündungshemmung, der Aufrechterhaltung eines intakten Immunsystems und freien Radikalbekämpfung zugeschrieben. Insgesamt geht der Trend weg von Einzelsubstanzen hin zu Kombinationspräparaten mit hochwertigen Inhaltsstoffen, die auch die sekundären Pflanzenstoffe einschließen. Diese sind jedoch nur in wenigen Präparaten enthalten, so dass eine gute Auswahl erforderlich ist.

Unter bestimmten Bedingungen wie Infekten, Erkrankungen, Gesundheits- und Befindlichkeitsstörungen, intensiven Trainingsphasen kann es sinnvoll sein, einzelne Substanzen höher zu dosieren. Bei Infekten ist z.B. die Kombination von Vitamin plus Zink hochwirksam. Omega-3-Fettsäuren wirken insbesondere hinsichtlich einer Herz-Kreislauf-Prävention durch eine Gerinnungshemmung, Blutdrucksenkung als
auch Cholesterinsenkung. Vitamin E hat sich ebenso zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen als auch bei entzündlichen Erkrankungen und zur verbesserten Regeneration nach sportlichen Belastungen bewährt. Jedem ist sicherlich auch bekannt, dass Magnesium- und Calciummangel zu Wadenkrämpfen führen kann. Bei erhöhtem oxydativen Stress puffern vor allem Antioxydantien wie Carotinoide, Vitamin C, D, E, Zink, Selen sowie sekundäre Pflanzenstoffe die freien Radikale. Bei der Osteoporose (Knochenschwund) sind Calcium, Magnesium, Fluor, Kupfer, Mangan sowie die Vitamin B, C, D, E und K hilfreich.


Eine gesunde vollwertige Ernährung mit viel Obst und Gemüse ist immer noch die gesündeste und
sinnvollste Form der Zufuhr aller wichtigen Vitalstoffe. Jedoch kann die zusätzliche Zufuhr einen hochwertigen Vitaminpräparates als auch von speziellen Einzelsubstanzen bei bestimmten Situationen eine Mangelversorgung vermeiden, Gesundheit und Wohlbefinden verbessern.

Dr. med. Frank Möckel

 

 

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